STORIES, DIE DAS RACER-LEBEN SCHREIBT

Rennbericht von Levier 2006

Levier ist die schönste Kart-Strecke weit und breit, sagen die einen. Ja, Levier ist wirklich nicht schlecht. Viel Platz, gute Auslaufzonen, schnell, aber auch anspruchsvoll in den engeren Sektionen. Für die Zuschauer gibt’s einen guten Überblick, besonders wenn man auf der Terasse bei der Zeitnahme zuschaut. Ich bin am Sonntag Abend um 2300 angereist, hab im Dunkeln mein Zelt aufgeschlagen, ging noch nen Kaffee trinken und hab die „Arbeit“ auf den nächsten Tag verschoben. Mein Kart hat seit Hoch-Ybrig zwar kein Licht mehr gesehen, aber da war ja alles noch soweit in Ordnung, kein Grund zu tiefgreifenden Reparaturen. Das erste, was ich mir am morgen ausleihen musste war ein Löffel fürs Birchermüesli, später noch eine Gabel für den Salat, das war’s dann aber schon, was ich an externer Hilfe an diesem Wochenende beanspruchen musste. Nicht schlecht ausgerüstet, und fast nix vergessen.

Testing

Dreh ich also mal meine ersten Runden, Übersetzung 12:81 wie letzes Jahr, alte Pneu vom Hoch-Ybrig, 162er Düse. Jedesmal am Anfang der Zielgerade schiesst’s aus dem Auspuff, dass ich Angst hab, den Motor zu verlieren. So hört sich eine zu magere Hauptdüse an? Naja, eigentlich müsste 162 stimmen, ist ja schon 30 Grad warm und die Luft ist in Levier ziemlich dünn. Levier ist glaub 1000m hoch. Aber so läuft’s nicht und geht wohl bald kaputt. Versuchen wir 165, das geht schon ganz anständig. Der Motor dreht bis 14000, das ist Höchstdrehzahl, optimal.

Geh ich mal ein bisschen gucken, was die andern so tun. Die fahren 12:77. Häähh? Vier Zähne länger? Kann ja nicht sein, da will mir einer nen Bären aufbinden. Naja, versuchen wir’s mal, wenigstens auf 12:79 runter. Die folgenden Runden sind Katastrophen. Mein Motor dreht nur noch bis 13400. Und meine Linien werden so chaotisch, weil ich immer versuche, mit möglichst viel Speed aus den Kurven zu ziehen. Die Cracks haben wohl nen massiv runderen, weicheren Fahrstil, da geht das vielleicht. Für mich geht’s nicht, ich bau’ zurück.

Zeittraining

Sorry, ich hab nicht EINMAL auf die Zeitentabelle geschaut, deshalb weiss ich auch nicht wo ich stehe. Wenigstens stimmt mein Gewicht. Vor zwei Jahren habe ich hier vergessen, für’s Zeittraining genügend Sprit mitzunehmen. Prompt war ich untergewichtig. Na, der Unterschied von zuhinterst oder ganz zuhinterst zu starten war damals nicht gross…

Während des Trainings schubst mich am Ende der Zielgerade einer mal so an, dass ich mir überlege, ob ich soo viel zu langsam bin, dass sich die andern ärgern? Zum Glück entschuldigt sich der Fahrer aber, weil er sich verbremst habe. Ok, dann ist ja gut. Schubsen ist eigentlich nicht das Problem. Ausser es trifft einen mitten in der Kurve am Limit, oder man ist ehh schon zu spät dran.

Diesmal bin ich irgendwo in der Mitte gestartet.

Vorläufe

In den letzten zwei Saisons bin ich einige Male kurz nach dem Start in den ersten Kurven abgeflogen, sodass ich in der Folge das Feld nie mehr sah. Das soll mir dieses Jahr weniger passieren, ist es bis jetzt auch nicht. Mag auch an den besseren Pneus liegen, da ich jetzt auch immer einen neuen Satz für jedes Rennen verwende. Mit den Mojos geht’s aber auch gar nicht anders. Die sind so mies, nach einem Rennwochenende kann man die Dinger nicht mal mehr zum Training verwenden. Soweit krieg ich die Vorläufe durch. Am Schluss fliegen noch zwei Rotaxen ab, sodass ich für den Final auf dem zweiten Startplatz stehe. Hinter vielen 100ern natürlich, aber die werden ja separat klassiert.

Final

Der Final geht ganz gut. Langsam gewöhne ich mich an die Hektik am Start. Früher hatte ich doch recht viel Respekt vor dem Getümmel in der ersten Runde. Jetzt geht’s ganz gut. Vielleicht könnte ich manchmal ein wenig länger stehen lassen oder ein bisschen näher an die Gegner ran, aber eigentlich fährt sich’s mit gerader Hinterachse besser… Und nach der ersten Runde ist der Pulk schon so gestreckt, dass man sich einzeln an die Vorderleute ran machen kann. Wenn’s denn noch geht. Dieses Mal habe ich’s mit zwei Karts zu tun, der eine ein SeniorMax wie ich, der andere ein JuniorMax, 8PS schwächer, dafür 20kg leichter. Was ich auf den Geraden gut mache, bremst der später zusammen. Es gelingt mir aber doch, mich genügend „breit“ zu machen, dass er nicht vorbeikommt. Bei einem Überrundungsmanöver (Hey, soweit bin ich schon!!) geht einer der beiden an mir vorbei, um sich aber ein paar Kurven weiter von der Piste zu drehen. Wir fahren also ziemlich am Limit und ich bin nicht „nur“ langsam. Beruhigend! :-)

Fazit

Am Schluss reicht’s für Platz drei. Von fünf Fahrern :-). Immerhin, wieder Podestplatz! Trotzdem muss ich jetzt mein Ziel neu definieren: Neu gilt, erste Hälfte des Feldes UND Podestplatz, das wäre also bei dieser Feldgrösse Platz 1 oder 2... Uihh.

Flio "32"

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